Geschichte

Hans Waldmann 1435-1489

Hans Waldmann war wohl einer der berühmtesten Eidgenossen seiner Zeit. Er wurde 1435 im Kanton Zug in Blickensdorf bei Baar, als Sohn eines Bauern geboren und kam bald nach Zürich. Der lebhafte Jüngling hielt es weder in einer Schneider- noch in einer Gerberlehre aus. Viel lieber beteiligte er sich an abenteuerlichen Streichen und Kriegszügen. Nachdem er eine reiche Wittwe geheiratet hatte, gelang es dem begabten und ehrgeizigen Mann innert kurzer Zeit Zunftmeister der Zunft zum Kämbel und Ratsmitglied von Zürich zu werden.

Am 22. Juni 1476 kommt es zur Schlacht von Murten. Nachdem Karl der Kühne die Stadt Murten, die unter dem Kommando von Adrian von Bubenberg verteidigt wird, belagert und mit seiner Artillerie grossen Schaden an den Stadtmauern angerichtet hat, tritt eine eidg. Vorhut unter Hans von Hallwyl von Osten her aus dem Wald dem Heer Karls des Kühnen entgegen. Dahinter die Reiterei des Herzogs von Lothringen, einem erbittertem Feind Karl des Kühnen. Die burgundische Artillerie vermag zwar einmal zu feuern, doch bevor die Geschütze erneut geladen werden können, werden sie erobert. Die unterdessen eingetroffene Hauptmacht unter dem Kommando von Hans Waldmann, der zum Ritter geschlagen wurde, dringt ins Lager Karls des Kühnen ein, wo auch sein Prunkzelt steht. Die Verwirrung artet auf Seite der Burgunder in Panik aus, Edelleute werfen sich Frauenkleider über um nicht erkannt zu werden. Die List wird jedoch durchschaut, man macht sie nieder. Karl der Kühne selbst entkommt mit knapper Not. Man spricht von 20’000 gefallenen Burgundern und nur 1’000 Eidgenossen. Bei der Schlacht von Nancy am 15. Januar 1477 führte Hans Waldmann das Eidg. Heer.

Nach der Niederlage der Burgunder und dem in der Schlacht gefallenen Karl dem Kühnen (…bei Nancy das Blut !) folgte für Hans Waldmann ein jäher Aufstieg. Er wurde mit Ehrentiteln überhäuft, wurde Oberzunftmeister und schliesslich im Jahre 1483 Bürgermeister von Zürich. Er bewohnte von 1487-1489, die später nach ihm benannte Hans Waldmanns-Burg oberhalb Dübendorf (heute ein Restaurant, die Burgruine im Besitz der Zunft zum Kämbel, Zürich) und besass auch Ländereien in der Nähe von Zumikon (Gösslikon). Er nahm an Tagsatzungen teil und wurde auch als Abgeordneter an Fürsten- und Königshäuser gesandt. In Zürich führte er ein selbstherrliches, straffes Regime. Er kämpfte gegen den Luxus und erliess strenge Sittengesetze, hielt sich aber selbst nicht daran. Zielbewusst, aber rücksichtslos, suchte er die Herrschaft der Stadt über das Landvolk zu festigen. So schuf er sich immer mehr Feinde und als er sogar die grossen Hofhunde beseitigen liess, erhob sich das Volk gegen ihn, er wurde zum Tod verurteilt und am 6. April 1489 schliesslich enthauptet.

In Gedenken an diesen grossen Eidgenössischen- und Zürcher-Staatsmann führen der Verein Hans Waldmann-Schiessen und Helfer der Schützengesellschaft An der Sihl Zürich, des SV Zürich-Affolten und der SPGH Höngg, jedes Jahr seit 1933, jeweils am dritten Augustwochenende im Schiesssportzentrum Zürich-Höngg (neu) das Hans-Waldmann-Schiessen durch. Es handelt sich um ein traditionsreiches Gruppenschiessen von 6 Schützen, mit 5 Schuss auf B-Scheibe (4er Wertung) und 5 Schuss auf A-Scheibe (10er Wertung) und attraktiven Preisen.

Nach dem Rückzug der Stadtschützen Dübendorf per Ende 2008, wurde der Verein Hans Waldmann Schiessen gegründet (VHWS) und dieser Verein führt das traditionelle Hans Waldmann-Schiessen ab 2009 im Schiesssportzentrum Höngg durch.